14.07.2015: Neuer Aussichtspunkt und Gedenkort am ehemaligen Gossler-Park

Durch das Amphibien-Projekt im Niendorfer Gehege konnte der bei der Anlage der Teiche anfallende Bodenaushub für die Errichtung einer Aussichtsplattform im ehemaligen Gossler-Park hinter der Niendorfer Kirche am Markt genutzt werden. Dank einer zweckgebundenen Spende der Nachkommen von Cornelius v. Berenberg-Gossler konnte unser Verein die Plattform befestigen, bepflanzen und mit Bänken und einer Info-Tafel versehen. Die Arbeiten werden in diesen Tagen abgeschlossen.

Die Bänke wurden aus Eichenstämmen, die Infotafel aus Lärchenholz des Niendorfer Geheges in der Försterei hergestellt. Die Plattform wurde ehrenamtlich von Gartenbauarchitekt Dipl. Ing. Herwyn Ehlers, dem 2. Vorsitzenden des Vereins Pro Niendorfer Gehege gestaltet, die Infotafel von Grafikdesigner Joerg Kilian, dem 2. Vorsitzenden des Vereins „Forum Kollau“. Förster Sven Wurster unterstützte das Projekt in allen Phasen der Entwicklung mehr als wohlwollend.

Der Text der zweisprachigen Infotafel wurde von Joerg Kilian in Abstimmung mit den Nachkommen redigiert und ins Englische übersetzt. Die Infotafel wird geziert von einem Aquarell des Hamburger Lithographen Christian Ludwig Wilhelm Heuer (1813-1890), der das Haus, das einst an diesem Ort stand, etwa um 1890 malte. Der deutsche Text der Infotafel lautet:

»An dieser Stelle stand das 1881-1882 erbaute Sommerhaus der Familie von Berenberg-Gossler, umgeben von dem schönen Landschaftspark, den die Familie hier im 19. Jahrhundert angelegt hat. Im Oktober 1934 beanspruchten nationalsozialistische Organisationen das Haus für sich. Daraufhin ließ Cornelius Freiherr von Berenberg-Gossler (1874-1953) es in kürzester Zeit abreißen, um eine drohende Beschlagnahme zu verhindern.

Im Jahr 1965 fasste sein Sohn Heinrich Freiherr von Berenberg-Gossler seine Hoffnung beim Verkauf an die Stadt Hamburg so zusammen: „Der Park wurde für die Familie eine Tradition, von der sie sich sehr schwer getrennt hat. Sie hofft, dass die schöne Landschaft mit ihrem herrlichen Baumbestand im Sinne derjenigen, die sie einst schufen und die hier lebten und im Sinne ihres lieben alten Niendorf weiterhin in Schönheit verwaltet wird.«

Die Nachkommen freuen sich – nicht nur, dass es jetzt wieder einen schönen Ausblick gibt – sondern auch, dass auf diese Weise des Großvaters gedacht wird, der als sehr kluger, gütiger und politisch weitblickender Mensch in der NS-Zeit vielen bedrohten Mitbürgern helfen konnte.

 

 


 

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