30.09.2016: Bebauung der Feldmark mit Flüchtlingsunterkünften unwahrscheinlich

Im letzten Jahr verzeichnete Hamburg einen starken Zuzug von Flüchtlingen und stand damit plötzlich vor der Herausforderung, in kurzer Zeit zahlreiche Unterkünfte schaffen zu müssen. Die Suche nach weiteren geeigneten Flächen für diese Einrichtungen ist eine große Herausforderung, vor denen die Stadt und ihre Gesellschaft in den kommenden Monaten stehen.

"Machen Sie mit bei der Flächensuche" war der Aufruf an alle Hamburger im Rahmen des Projekts "finding places" der HafenCity Universität (HCU). Im Zuge dieses Projekts wurden auch zwei Flächen für die Bebauung mit Folgeunterkünften für Geflüchtete vorgeschlagen, die in der Eidelstedter Feldmark liegen:

Eine der beiden genannten Flächen liegt an der Straße "Niendorfer Gehege" in Eidelstedt, im Landschaftsschutzgebiet Schnelsen, Niendorf, Lokstedt, Eidelstedt und Stellingen. Die Einschätzung der Behörde hierzu: "Nach Ersteinschätzung geeignet. Eine Bebauung im östlichen Grundstücksteil ist nach erster Prüfung technisch realisierbar. Die Erschließung ist von der Straße Niendorfer Gehege neben dem Kollauwanderweg möglich. Die Aufstellung von Modulhäusern erscheint nur entlang des Kollauwanderweges auf Grund der Lärmbelastung durch die BAB 7 sinnvoll. Diese Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet und eine Bebauung würde einen erheblichen Eingriff in die Landschaftsachse darstellen. Es wird daher baurechtlich und naturschutzrechtlich weiter geprüft, ob eine Genehmigung für eine Flüchtlingsunterkunft an dieser Stelle möglich ist." (Quelle: https://www.findingplaces.hamburg/files/ergebnisse/flurstueck_020305-07325.pdf)

Zur Fläche hinter der Straße "Hirschsprung" in Schnelsen gab es folgende Ersteinschätzung der Behörde:
"Teilfläche bedingt geeignet. Vorgeschlagen wurde eine Teilbebauung der großen, überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Nähe bestehender Infrastruktur. Diese Flächen wurden als Ausgleichsflächen für den Bau des A7-Deckels erworben und sind für extensive landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Die betroffenen Flächen sind Teil einer Landschaftsachse und unterliegen dem Landschaftsschutz. Der Landschaftsraum ist durch einen Wechsel von Wald und Offenland geprägt. Direkt an die vorgeschlagene Freifläche grenzen im Westen, Nordosten und Südwesten Waldflächen an. Da auch die Bebauung eines Teiles der Vorschlagsfläche zu einer Einengung der sich nach Nordosten ohnehin verschmälernden Landschaftsachse führen und damit die Funktionen des Landschaftsraumes und damit des Waldes deutlich einschränken würde, wird eine Bebauung insgesamt kritisch gesehen. Im Detail untersucht wurden die zwei Teilflächen am Ende der Straßen Am Ree und Sellhopsweg: Die Niederung östlich der Straße am Ree ist ein überschwemmungsgefährdetes Feuchtgebiet, was eine Bebauung erschweren würde. Die Fläche bietet zudem in Verbindung mit dem Fließgewässer Kollau Aufwertungsmöglichkeiten für den Naturhaushalt, womit auch der (Wald-)Biotopverbund gestärkt werden kann. Eine Bebauung würde diesen Zielen zuwiderlaufen. An dieser Stelle würde die an dieser Stelle besonders schmale Landschaftsachse weiter verengt. Aus diesen Gründen wird eine Beanspruchung der Flächen für eine Flüchtlingsunterbringung an dieser Stelle nicht gesehen. Ein temporärer Aufbau einer Unterbringung vor dem Hintergrund zu erbringender Ausgleichsmaßnahmen, der Bodenbeschaffenheit und der Betroffenheit von Landschaftsachse und –schutz wäre weder wirtschaftlich oder ökologisch vertretbar noch voraussichtlich genehmigungsfähig. Die Fläche in Verlängerung des Sellhopswegs liegt im Landschaftsschutzgebiet und ist Teil der Landschaftsachse. Die Verkehrserschließung vom Sellhopsweg ist schwierig und muss detaillierter geprüft werden. Diese Fläche wäre baulich zur Unterbringung von Geflüchteten nach erster Einschätzung geeignet. Eine Teilfläche westlich der Zufahrt Sellhopsweg wird von einem Waldkindergarten genutzt." (Quelle: https://www.findingplaces.hamburg/files/ergebnisse/flurstueck_020308-08155.pdf)

Zwischenzeitlich haben alle beteiligten Behörden (Bezirk, LIG, Umweltbehörde) eine Nutzung beider Flächen für eine Unterkunft abgelehnt und nach unseren Informationen sind beide Flächen nun endgültig für ein solches Vorhaben gestrichen worden. Dennoch: Wir müssen, gerade was die Nutzung der Landschaftsschutzgebiete für Bebauung oder gewerbliche Nutzung angeht, wachsam bleiben.

Deshalb unser Aufruf: Werden auch Sie Mitglied unseres Vereins und geben Sie damit unserem Verein durch Ihre Stimme noch mehr Gewicht.

Die [Beitrittserklärung.pdf, 118 KB] können Sie einfach herunterladen, ausfüllen und an uns zurücksenden. Bei Fragen zur Mitgliedschaft stehen Ihnen die Vorstandsmitglieder gern zur Verfügung!

 


 

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